Ein Skimmerbecken hält den Wasserspiegel etwa 10–15 cm unter der Beckenkante und saugt das Wasser über eine oder zwei Öffnungen in der Wand an. Ein Überlaufbecken hält den Wasserspiegel exakt auf Höhe der Kante, das Wasser fließt rundum kontinuierlich in eine Überlaufrinne. Der Überlauf wirkt deutlich hochwertiger und hält die Oberfläche sauberer, kostet aber meist 15–30 % mehr und benötigt einen Ausgleichsbehälter sowie mehr Platz im Technikraum. Für die meisten Hausgärten ist der Skimmer daher die naheliegende Wahl, der Überlauf ist eher etwas für repräsentative Bauten und Wellnessanlagen.

Wie funktioniert ein Skimmerbecken?
Der Skimmer ist eine eckige Öffnung, die knapp unter der Beckenkrone in die Wand eingebaut ist. Der Wasserspiegel liegt etwa 10–15 cm unter der Kante, sodass er die Skimmeröffnung ungefähr in ihrer Mitte schneidet. Die Pumpe saugt das Wasser genau durch diese Öffnung an — eine schwimmende Klappe (der sogenannte Weir) zieht dabei eine dünne Oberflächenschicht samt schwimmenden Verunreinigungen mit ein.
Das angesaugte Wasser durchläuft im Skimmer zunächst einen groben Korb, dann die Filterung sowie gegebenenfalls Erwärmung und Desinfektion, bevor es über Düsen in den Wänden zurückkehrt. Der gesamte Kreislauf ist einfach: Becken, Skimmer, Pumpe, Filter, Düsen. Bei kleineren Becken genügt ein Skimmer, bei größeren rechnet man grob mit einem Skimmer pro rund 25 m² Wasserfläche.
Genau diese Einfachheit ist die größte Stärke dieser Lösung. Weniger Bauteile bedeuten einen niedrigeren Preis, einen kleineren Technikraum, weniger mögliche Undichtigkeiten und eine einfache Winterfestmachung. Die Schwäche liegt darin, dass die Ansaugung nur an ein oder zwei Punkten erfolgt — Schmutz vom gegenüberliegenden Beckenende muss erst durch Strömung oder Wind zum Skimmer gelangen.
Wie funktioniert ein Überlaufbecken?
Ein Überlaufbecken funktioniert genau umgekehrt. Der Wasserspiegel liegt bündig mit der Kante, und das Wasser fließt ständig über die Kante in eine Überlaufrinne, die eine, zwei oder alle vier Seiten des Beckens umläuft. Die Rinne ist meist mit einem begehbaren Rost abgedeckt — aus Polypropylen, Edelstahl oder Naturstein.
Aus der Rinne fließt das Wasser per Schwerkraft durch Rohrleitungen in einen Ausgleichsbehälter — einen separaten Tank, der Volumenschwankungen ausgleicht. Steigen drei Personen ins Becken, läuft das verdrängte Wasser in die Rinne über und der Behälter nimmt es auf; steigen sie wieder aus, füllt die Pumpe das Becken aus dem Behälter nach. Die Technik saugt daher nicht aus dem Becken, sondern aus dem Behälter an, und das aufbereitete Wasser kehrt meist über Bodendüsen zurück.
Das Volumen des Behälters richtet sich nach der Wasserfläche und der Anzahl der Badenden — bei Hausbecken sind es typischerweise 2–5 m³, bei öffentlichen Bädern deutlich mehr. Der Behälter benötigt eigenen Platz im Technikraum, Füllstandssensoren und eine automatische Nachfüllung.
Warum reinigt der Überlauf die Wasseroberfläche besser?
Der Großteil der Verunreinigungen — Pollen, Staub, Laub, Insekten, Hautfett und Sonnencreme — schwimmt zunächst an der Oberfläche, bevor er durchnässt und zu Boden sinkt. Der Skimmer sammelt diese Schicht an nur einem Punkt, sodass ein Teil des Schmutzes länger an der Oberfläche bleibt, sich an der Wasserlinie an den Wänden festsetzt oder vorher absinkt.
Beim Überlauf verschwindet der Oberflächenfilm dagegen kontinuierlich über die gesamte Kantenlänge. Die Wasseroberfläche ist dadurch sauberer, ohne fettigen Rand an den Wänden, und das Wasser zirkuliert im gesamten Beckenprofil besser — Bodendüsen drücken das Wasser von unten nach oben, während die Oberfläche in die Rinne abfließt. Das Ergebnis ist eine gleichmäßigere Verteilung von Temperatur und Desinfektionsmitteln. Genau deshalb schreiben die Normen für öffentliche Bäder in Tschechien wie in der gesamten EU bei Neubauten in der Regel ein Überlaufsystem vor.

Vergleich: Skimmerbecken vs. Überlaufbecken
| Kriterium | Skimmerbecken | Überlaufbecken |
|---|---|---|
| Wasserspiegel | Ca. 10–15 cm unter der Kante | Auf Höhe der Kante, ein „Spiegel“ ohne sichtbaren Rand |
| Anschaffungspreis | Niedriger — die Standardlösung für Hausbecken | Meist 15–30 % höher; bei Hausbecken oft ein Aufpreis von rund 12.000–24.000 € für Rinne, Roste und Ausgleichsbehälter |
| Optik | Praktisches Erscheinungsbild, sichtbarer Wandstreifen über dem Wasserspiegel | Architektonischer Effekt einer mit der Terrasse verschmelzenden Wasserfläche |
| Schmutzabfuhr von der Oberfläche | Punktuelle Ansaugung über 1–2 Skimmer, abhängig von der Strömung | Kontinuierlich über die gesamte Kante, die schnellstmögliche Oberflächenreinigung |
| Technik und Platzbedarf | Einfacher Kreislauf, kleiner Technikraum | Zusätzlich Ausgleichsbehälter (typisch 2–5 m³), Füllstandssensoren, automatische Nachfüllung, größerer Technikraum |
| Wasser- und Chemieverbrauch | Niedriger — geringeres Gesamtvolumen, minimale zusätzliche Verdunstung | Höher — Volumen des Ausgleichsbehälters, stärkere Verdunstung und Spritzverluste über die Kante, Chemie wird auf ein größeres Volumen dosiert |
| Pflege | Ausleeren des Skimmerkorbs, übliche Pflege | Zusätzlich regelmäßige Reinigung von Rinne und Rosten, Kontrolle von Behälter und Sensoren |
| Winterfestmachung | Einfach — Wasserspiegel unter den Skimmer absenken | Aufwendiger — Rinne, Leitungen und Behälter müssen frostsicher gemacht werden |
Der Preisunterschied entsteht nicht durch das Beckenbecken selbst, sondern durch bauliche Details: Die Überlaufkante muss millimetergenau betoniert und im Gefälle ausgeführt werden, die Rinne mit Rost läuft um den gesamten Umfang, und der Ausgleichsbehälter ist im Grunde ein zweiter, kleinerer Tank mit eigener Hydraulik. Das detaillierte Budget für den gesamten Bau inklusive Technik haben wir im Artikel Was kostet ein Pool — das komplette Budget aufgeschlüsselt.
Infinity Edge: der Überlauf als Luxus-Effekt
Ein besonderes Kapitel des Überlaufs ist die sogenannte Infinity-Kante (Infinity Edge, Endlospool). Hier fließt das Wasser nicht in eine abgedeckte Rinne auf Terrassenniveau, sondern stürzt über eine abgesenkte Kante auf einer Beckenseite frei in eine tiefer liegende Auffangrinne. Vom Becken aus betrachtet verschmilzt der Wasserspiegel optisch mit dem Horizont — mit dem Meer, einem Tal oder einem Landschaftspanorama.
Die Infinity-Kante ergibt dort Sinn, wo ein abschüssiges Grundstück und ein Ausblick vorhanden sind, für den sich der Effekt lohnt. Technisch ist sie die anspruchsvollste Variante: Das herabfallende Wasser bedeutet höhere Verdunstungs- und Spritzverluste, die Auffangrinne muss das gesamte Überlaufvolumen aufnehmen, und die Pumpe für die Überlaufwand ist meist auf eine höhere Fördermenge ausgelegt. Rechnen Sie damit, dass hier sowohl Betriebskosten als auch Ansprüche an die Baugenauigkeit am höchsten sind.

Gibt es einen Kompromiss zwischen Skimmer und Überlauf?
Ja, und er wird in den letzten Jahren immer gefragter. Der sogenannte verdeckte oder Schlitzüberlauf (Slot Overflow) ersetzt den breiten Rost durch einen schmalen Spalt entlang der Kante — das Wasser verschwindet in einem unauffälligen Schlitz, und die Terrasse wirkt optisch bis zum Wasserspiegel durchgezogen. Der Spiegeleffekt bleibt erhalten, die Roste entfallen, ein Ausgleichsbehälter ist aber genauso nötig wie beim klassischen Überlauf — preislich liegt diese Lösung daher nahe am vollständigen Überlaufsystem.
Eine zweite Möglichkeit ist der Überlauf nur an einer oder zwei Beckenseiten: Die Sichtkante zum Haus oder zur Aussicht läuft über, die übrigen Seiten werden klassisch mit einer Wand über dem Wasserspiegel ausgeführt. So sparen Sie einen Teil von Rinne und Rosten, während der wesentliche architektonische Effekt erhalten bleibt. Bei Skimmerbecken lässt sich die Optik wiederum durch einen höheren Wasserspiegel mit speziellen Hochwasserspiegel-Skimmern deutlich verbessern, die das Wasser nur wenige Zentimeter unter der Krone absaugen.
Für wen eignet sich der Skimmer, für wen der Überlauf?
Familienbecken im Garten
Wenn Sie ein Becken vor allem zum Baden mit Kindern und zur sommerlichen Abkühlung bauen, ist der Skimmer die vernünftige Wahl. Das gesparte Geld investieren Sie sinnvoller in eine Überdachung, eine Wärmepumpe oder eine bessere Filtration — also in Dinge, die die Saison verlängern und die Betriebskosten senken. Die Pflege ist einfacher, und die Winterfestmachung schaffen Sie an einem Nachmittag selbst.
Repräsentativer Bau und Wellnessanlage
Bei einem Haus, in dem das Becken Teil der Architektur ist — auf der Achse des Wohnzimmers, an der Wellnesszone mit Sauna oder im Innenbereich —, spielt der Überlauf in einer anderen Liga. Eine spiegelglatte Wasseroberfläche ohne sichtbaren Rand ist ein Effekt, den ein Skimmer nicht bieten kann. Bei Innenpools hat der Überlauf zudem einen praktischen Grund: Das perfekte Abziehen des Oberflächenfilms reduziert Verdunstung und Ablagerungen an der Wasserlinie. Dasselbe gilt für Hotel- und öffentliche Anlagen, wo der Überlauf Standard ist.
Was lässt sich nach Fertigstellung des Baus kaum noch ändern?
Die Wahl des Systems ist eine Entscheidung für die gesamte Lebensdauer des Beckens. Überlaufrinne, Gefälle der Beckenkrone, Bodendüsen und Ausgleichsbehälter sind fest in der Konstruktion einbetoniert — der Umbau eines Skimmerbeckens in ein Überlaufbecken bedeutet praktisch einen Neubau: Abriss der Beckenkrone, neue Rohrleitungen, ein neuer Behälter und eine neue Hydraulik. Umgekehrt ergibt es ebenso wenig Sinn — Sie würden damit nur Ihre Investition entwerten.
Nachträglich ändern lässt sich dagegen: die Technik im Schacht (Pumpe, Filter, Wasseraufbereitung), die Beleuchtung, die Gegenstromanlage und die Art der Beheizung. Der Skimmer selbst ist ein Verschleiß- bzw. Ersatzteil — Öffnung, Klappe und Korb lassen sich nach Jahren austauschen, ebenso wie die Roste der Überlaufrinne. Ersatzskimmer, Düsen, Rinnenroste und weitere Bauteile finden Sie in der Kategorie Bauteile für Pools.
Klären Sie die Frage Skimmer vs. Überlauf daher ganz am Anfang des Projekts — zusammen mit Größe, Tiefe und Platzierung der Technik. Damit hängt auch der Grundwasserstand auf dem Grundstück zusammen (der Behälter ist der tiefste Punkt des Bauwerks) sowie die Statik der Terrasse rund um die Rinne.
Häufige Fragen
Um wie viel ist ein Überlaufbecken teurer als ein Skimmerbecken?
Baufirmen in Tschechien wie im Ausland geben einen Aufpreis von etwa 15–30 % der Baukosten an. Bei einem Hausbecken üblicher Größe bedeutet das größenordnungsmäßig 12.000–24.000 € zusätzlich für Überlaufkante, Rinne mit Rosten, Ausgleichsbehälter und erweiterte Technik. Der genaue Betrag hängt vom Umfang des Überlaufs und dem Material der Roste ab.
Ist ein Überlaufbecken hygienischer?
Es reinigt die Wasseroberfläche nachweislich effektiver — der Oberflächenfilm mit Pollen, Fett und Insekten fließt kontinuierlich über die gesamte Kante ab, während der Skimmer ihn nur an einem Punkt sammelt. Deshalb schreiben Normen für öffentliche Bäder den Überlauf standardmäßig vor. Bei einem Privatbecken sorgen aber auch eine gute Filtration und korrekt geführte Chemie mit einem Skimmer für gesundheitlich unbedenkliches Wasser.
Verbraucht ein Überlaufbecken mehr Wasser und Chemie?
Ja, geringfügig. Zum Beckenvolumen kommt das Volumen des Ausgleichsbehälters hinzu, und das Überlaufen über die Kante erhöht sowohl die Verdunstung als auch kleinere Spritzverluste. Desinfektion und pH-Korrektur werden auf das Gesamtvolumen dosiert, sodass der Chemieverbrauch entsprechend höher ausfällt. Automatische Dosierung und eine Abdeckung außerhalb der Nutzungszeiten mildern den Unterschied.
Lässt sich ein Überlaufsystem nachträglich in ein fertiges Skimmerbecken einbauen?
Praktisch nicht. Es würde eine neue Beckenkrone mit Rinne, Bodenrückführdüsen, einen Ausgleichsbehälter und eine komplett neue Hydraulik erfordern — vom Umfang her entspricht das einem Neubau. Legen Sie sich daher schon in der Planungsphase endgültig auf ein System fest.
Was ist ein Infinity-Pool, und wie unterscheidet er sich vom klassischen Überlauf?
Der Infinity-Pool ist eine Variante des Überlaufs, bei der das Wasser sichtbar über eine abgesenkte Kante nach unten in eine Auffangrinne fließt, sodass der Wasserspiegel optisch mit dem Horizont verschmilzt. Beim klassischen Überlauf ist die Rinne unter einem Rost auf Terrassenniveau verborgen. Die Infinity-Kante ist baulich wie betrieblich die anspruchsvollste Variante und ergibt vor allem auf abschüssigen Grundstücken mit Aussicht Sinn.
Ob Sie sich für den praktischen Skimmer oder den repräsentativen Überlauf entscheiden — die Grundlage bilden ein hochwertiges Becken und eine durchdachte Technik. Unser komplettes Angebot an Skimmer- und Überlaufbecken, von Laminat bis Keramik, finden Sie in der Kategorie Pools — und bei der Kostenplanung hilft Ihnen unser Ratgeber zum Poolbau-Budget.
