Wer die Wärmetherapie optimal nutzen möchte, erhält von der neueren Wissenschaft eine überraschende Antwort: das Eintauchen in heißes Wasser erhöht die Körperkerntemperatur am stärksten von allen — und war als einzige Methode in der Studie mit einer messbaren Immunreaktion verbunden. Das bedeutet nicht, dass die Sauna schlechter ist; jede Methode wirkt etwas anders. Der folgende Vergleich basiert auf einer neuen Arbeit von Physiologen der University of Oregon und hilft Ihnen, danach auszuwählen, was Sie wirklich vom Wellness zu Hause erwarten.

Was genau hat die neue Studie herausgefunden?
Im Juni 2025 veröffentlichten Wissenschaftler des Bowerman Sports Science Center der University of Oregon eine Studie im American Journal of Physiology. Unter der Leitung von Physiologieprofessor Christopher Minson und Doktorandin Jessica Atencio verglich das Team direkt drei Methoden der Körpererwärmung: das Eintauchen in heißes Wasser (Whirlpool), die klassische finnische Trockensauna und die modernere Infrarotsauna.
An der Untersuchung nahmen zwanzig gesunde, regelmäßig sporttreibende Freiwillige teil — 10 Männer und 10 Frauen im Alter von 20 bis 28 Jahren. Vor, während und nach jeder Anwendung maß das Team mehrere Werte: Körperkerntemperatur, Blutdruck, Herzfrequenz, Herzzeitvolumen, Immunzellpopulationen und Entzündungsmarker im Blut.
Das zentrale Ergebnis ist einfach. Das Eintauchen in heißes Wasser erhöhte die Körperkerntemperatur am stärksten. Der Grund liegt in der Physik: Im Wasser kann der Körper Wärme weder durch Schwitzen noch durch Abstrahlung an die Luft so wirksam abgeben wie in der Sauna. „Der Anstieg der Kerntemperatur ist der Hauptauslöser für die nachfolgenden Reaktionen“, erklärt Atencio. Und weil gerade die Kerntemperatur entscheidend ist, war der Whirlpool laut den Messungen der wirksamste Reiz.
Warum ist gerade die Kerntemperatur so wichtig?
Steigt die innere Temperatur, nimmt auch die Durchblutung zu. „Eine höhere Körpertemperatur führt zu stärkerer Durchblutung, und schon die Kraft des strömenden Blutes gegen die Gefäßwände ist von Vorteil“, sagt Atencio. Die verstärkte Durchblutung förderten der Studie zufolge alle drei Methoden — eine gute Nachricht für die Gefäße, unabhängig davon, wofür Sie sich entscheiden.
Der Unterschied zeigte sich bei Immunität und Entzündung. Nur das heiße Bad löste eine Entzündungsreaktion aus, messbar anhand der Werte entzündungsfördernder Zytokine und Veränderungen der Immunzellpopulationen. Dabei handelt es sich nicht um eine Entzündung im Sinne einer Krankheit, sondern um einen kurzzeitigen, kontrollierten Stressreiz, auf den der Körper mit Anpassung reagiert — ähnlich wie beim Training.
Die Autoren bleiben dabei vorsichtig, und dieselbe Vorsicht verdient auch dieser Artikel. Es handelte sich um junge, gesunde und trainierte Personen, sodass sich die Ergebnisse nicht automatisch auf ältere Menschen oder Personen mit chronischen Erkrankungen übertragen lassen. Und wie Minson betont, wirkt Wärmetherapie am besten als Ergänzung, nicht als Ersatz für Bewegung: „Wenn man diese Reize über die Zeit wiederholt, haben unser Labor und viele andere gezeigt, dass sie mit einer besseren Gesundheit verbunden sind.“
Erwähnenswert ist auch, was die Studie nicht gemessen hat. Sie untersuchte weder Gewichtsverlust noch Schlafqualität oder die Linderung bestimmter Erkrankungen und behauptet nicht, dass Wärme irgendetwas „heilt“. Sie befasste sich mit der akuten physiologischen Reaktion des Körpers — Temperatur, Kreislauf und Immunmarker — bei einer einzigen Anwendung und deren kurzfristigem Verlauf. Die langfristigen Vorteile leiten die Autoren aus der Wiederholung des Reizes und aus früheren Studienergebnissen ab, nicht aus einer einzelnen Messung. Genau deshalb ist es sinnvoll, Whirlpool und Sauna als Teil eines gesunden Lebensstils zu betrachten, nicht als Wunderschalter.
Whirlpool vs. finnische Sauna vs. Infrarotsauna: Vergleichstabelle
Die Studie verglich die physiologische Wirkung. In der Praxis spielen aber auch Betriebstemperatur, Platzbedarf, Kosten und die ganzjährige Nutzbarkeit eine Rolle. Die folgende Übersicht verbindet die Erkenntnisse der Studie mit üblicherweise angegebenen Betriebsparametern der einzelnen Technologien.
| Parameter | Whirlpool (heißes Bad) | Finnische Sauna (Trockenhitze) | Infrarotsauna |
|---|---|---|---|
| Typische Umgebungstemperatur | 34–40 °C (Wasser) | 70–100 °C (Luft) | 45–60 °C (Luft) |
| Erwärmungsmechanismus | Wärmeleitung durch Wasser; der Körper kann nicht durch Schwitzen kühlen | Erhitzte Luft und Abstrahlung vom Ofen | Infrarotstrahlung erwärmt den Körper direkt |
| Wirkung auf die Kerntemperatur (laut Studie) | Höchster Anstieg | Mittel | Am geringsten |
| Immun-/Entzündungsreaktion (laut Studie) | Einzige Methode mit messbarer Reaktion | Keine messbare Reaktion | Keine messbare Reaktion |
| Durchblutung | Erhöht | Erhöht | Erhöht |
| Platzbedarf und Installation | Terrasse, Garten oder Innenraum; Tragfähigkeit und Wasseranschluss nötig | Eigener Raum, Holzkabine, Belüftung | Kompakte Kabine, gewöhnliche 230-V-Steckdose genügt |
| Betriebskosten | Höher (dauerhafte Wassererwärmung, Chemie, Filterung) | Höhere Ofenleistung, aber kurze Laufzeit | Geringere Leistungsaufnahme, schnelles Aufheizen |
| Ganzjährige Nutzung | Ja, auch im Winter draußen | Ja | Ja |
| Soziale Dimension | Hoch — mehrere Personen, langes Verweilen | Mittel | Geringer — meist 1–2 Personen |
Die Wassertemperatur im Whirlpool liegt üblicherweise bei 34–40 °C, wobei aus hygienischen und Komfortgründen empfohlen wird, etwa 40 °C nicht zu überschreiten. Die finnische Sauna arbeitet mit deutlich höheren Lufttemperaturen, aber niedrigerer Luftfeuchtigkeit und kürzerer Aufenthaltsdauer. Die Infrarotsauna setzt auf niedrigere Lufttemperatur und direkte Erwärmung des Körpers durch Strahlung, was viele als angenehmer empfinden.
Für wen eignet sich was?

Regeneration nach dem Sport
Die Studie untersuchte regelmäßig sporttreibende Personen, und alle drei Methoden steigerten die Durchblutung, die für die Regeneration entscheidend ist. Der Whirlpool bietet zusätzlich den Vorteil des Auftriebs im Wasser und die Möglichkeit, Düsen gezielt auf beanspruchte Muskelgruppen zu richten. Die Infrarotsauna ist häufig die Wahl für alle, die die hohen Temperaturen der finnischen Sauna schlecht vertragen und eine längere, mildere Erwärmung bevorzugen.
Schlaf und Entspannung
Viele Menschen verbinden die Erwärmung des Körpers mit anschließender allmählicher Abkühlung subjektiv mit leichterem Einschlafen. Die Studie aus Oregon hat diesen konkreten Aspekt nicht direkt gemessen — betrachten Sie es daher als allgemein bekannten Komforteffekt der Wärme, nicht als Ergebnis der Studie. Whirlpool und Sauna passen hier beide gut — entscheidend sind eher persönliche Vorlieben und das, was Sie abends tatsächlich entspannt.
Rückenschmerzen und Verspannungen
Wärme fördert die Durchblutung des Gewebes, und viele empfinden sie bei verspannter Muskulatur als wohltuend. Der Whirlpool bringt zusätzlich hydrostatischen Auftrieb mit, der Wirbelsäule und Gelenke entlastet, weshalb er bei Menschen mit empfindlichem Rücken beliebt ist. Es handelt sich nicht um eine Behandlung — bei anhaltenden oder starken Schmerzen sollte immer zuerst ein Arzt konsultiert werden.
Herz-Kreislauf-Gesundheit
Der Studie zufolge erhöht die Erwärmung des Körpers die Durchblutung, und wiederholte Wärmeanwendungen können mit der Zeit zu niedrigerem Blutdruck und einer besseren Reaktion auf Hitzestress beitragen. Die Autoren formulieren dies ausdrücklich als Unterstützung eines gesunden Lebensstils, nicht als Ersatz für Bewegung. Regelmäßige körperliche Aktivität bringe ihrer Ansicht nach einen vergleichbaren oder größeren Nutzen; Wärme ist eine Ergänzung.
Sicherheit: Wann ist Vorsicht geboten und wann sollte man einen Arzt konsultieren?
Wärmetherapie ist für die meisten gesunden Menschen sicher, sofern sie in Maßen angewendet wird. Dennoch gibt es Situationen, in denen Zurückhaltung und ärztlicher Rat angebracht sind.
- Schwangerschaft: Die Erhöhung der Körperkerntemperatur, besonders in heißem Wasser, ist während der Schwangerschaft ein sensibles Thema. Sprechen Sie vor der Nutzung von Whirlpool oder Sauna mit Ihrem Arzt oder Gynäkologen.
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Wärme verändert Herzfrequenz, Herzzeitvolumen und Blutdruck. Menschen mit Herzerkrankungen, nach einem Herzinfarkt oder mit unkontrolliertem Blutdruck sollten Wärmetherapie mit einem Kardiologen besprechen.
- Medikamente und Alkohol: Manche Medikamente beeinflussen die Thermoregulation und den Blutdruck; Alkohol im Whirlpool erhöht das Risiko von Dehydration und Ohnmacht zusätzlich.
- Maß und Flüssigkeitszufuhr: Die Studienautoren wie auch die gängige Praxis empfehlen kurze Anwendungen, ausreichend Flüssigkeit und niemals eine Erwärmung des Körpers bis zum Unwohlsein.
Die Autoren selbst betonen, dass Wärmetherapie „in Maßen“ und idealerweise nach Rücksprache mit einem Arzt erfolgen sollte. Diese Regel gilt doppelt, wenn Sie zu einer der oben genannten Gruppen gehören.
Die beste Lösung? Eine Kombination aus beidem

Die Studie stellt Whirlpool und Sauna nicht als Gewinner und Verlierer gegeneinander. Sie zeigt, dass sich beide physiologisch ergänzen: Der Whirlpool erhöht die Kerntemperatur am stärksten und war als einziger mit einer Immunreaktion verbunden, während alle drei Methoden die Durchblutung förderten. Wellness zu Hause muss daher keine Entweder-oder-Entscheidung sein.
Viele Haushalte kombinieren die Infrarotsauna für schnelle, schonende Erwärmung unter der Woche mit dem Whirlpool für längere Regeneration und gemeinsame Stunden am Wochenende. Der Whirlpool funktioniert zudem ganzjährig auch im Freien — im Winter ist das Erwärmen im Dampf über dem verschneiten Garten ein Erlebnis für sich. Wer mit dem Platz haushalten muss: Die Infrarotsauna passt auch in einen kleineren Innenraum und benötigt nur eine normale Steckdose, während der Whirlpool einen tragfähigen Untergrund und einen Wasseranschluss braucht.
Bei der Entscheidung helfen praktische Fragen schon vor dem Kauf. Wie viele Personen werden das Wellness-Angebot nutzen und wie oft? Verfügen Sie über einen Außenbereich mit ausreichender Tragfähigkeit, oder suchen Sie eine kompakte Lösung für den Innenraum? Wie stehen Sie zu Betriebskosten und Pflege — der Whirlpool braucht regelmäßige Wasserpflege, die Sauna wiederum Belüftung und Holzpflege? Die Antworten darauf entscheiden meist früher als die Physiologie selbst.
Für welche Variante Sie sich auch entscheiden — entscheidend sind Regelmäßigkeit und Maßhalten: Genau der wiederholte, sinnvoll dosierte Reiz ist es, den Wissenschaftler mit langfristigem Nutzen in Verbindung bringen.
Häufig gestellte Fragen
Ist ein Whirlpool gesünder als eine Sauna?
Laut der Studie der University of Oregon (2025) erhöhte das heiße Bad die Körperkerntemperatur am stärksten und war die einzige Methode, die eine messbare Immunreaktion auslöste. Das bedeutet aber nicht, dass die Sauna „ungesund“ ist — alle drei Methoden steigerten die Durchblutung. Der Whirlpool war in dieser konkreten Messung der stärkste Reiz, die Wahl sollte sich aber auch nach Platz, Kosten und persönlichen Vorlieben richten.
Wie lange und wie oft sollte man Whirlpool oder Sauna nutzen?
Eine genaue Aufenthaltsdauer nennt die Studie nicht, ein Patentrezept gibt es nicht. Die Autoren empfehlen Maßhalten und Regelmäßigkeit — kurze, über die Zeit wiederholte Anwendungen, ausreichend Flüssigkeit und niemals eine Erwärmung bis zum Unwohlsein. Für einen konkreten Plan, besonders bei gesundheitlichen Beschwerden, sollten Sie sich an den Rat Ihres Arztes halten.
Welche Wassertemperatur im Whirlpool ist ideal?
Der komfortable und hygienisch empfohlene Bereich liegt bei etwa 34–40 °C, wobei 40 °C häufig als Obergrenze für den regulären Gebrauch genannt wird. Höhere Temperaturen belasten den Kreislauf stärker und erhöhen bei empfindlichen Gruppen das Risiko einer Überhitzung.
Dürfen Schwangere oder Menschen mit Herzerkrankungen in Whirlpool oder Sauna?
Beide Gruppen sollten Wärmetherapie immer zuerst mit einem Arzt besprechen. Der Anstieg der Kerntemperatur und Veränderungen des Blutdrucks sind sowohl in der Schwangerschaft als auch bei Herzerkrankungen sensible, individuelle Themen — die allgemeine Empfehlung in diesem Artikel ersetzt keine fachliche Beratung.
Lohnt es sich, zu Hause Whirlpool und Sauna gleichzeitig zu haben?
Wenn Platz und Budget es erlauben, ergibt eine Kombination Sinn, da sich die Methoden ergänzen: die Infrarotsauna für schnelle Erwärmung unter der Woche, der Whirlpool für längere Regeneration und gemeinsame Momente. Viele Haushalte entscheiden sich deshalb für beides statt für eine Option anstelle der anderen.
Wenn Sie überlegen, wie Sie Ihr Wellness zu Hause gestalten möchten, schauen Sie sich unser Angebot an Whirlpools an — von kompakten Modellen für die Terrasse bis hin zu geräumigeren Swim Spas. Weitere Tipps zu Pflege und Betrieb finden Sie in unseren Ratgeber-Artikeln, wo wir uns auch der laufenden Wartung und Fehlerbehebung widmen.

